Aal

Weltrekord: 7,2 Pfund gefangen im Jahre 1992 in der Aare von Christoph Laue aus Büren

 

Europäischer Aal 

Der langgestreckte Körper des Aales ist fast sprichwörtlich bekannt, die kleinen Schuppen sind tief in der schleimigen Haut versteckt. Bei geschlechtsunreifen Tieren ist der Rücken dunkelbraun bis dunkelgrün, die Seiten und der Bauch sind gelblich, zuweilen goldfarben. Bei erwachsenen Exemplaren wird der Rücken nach und nach fast schwarz und der Bauch silbrig. Weissliche Aale leben als erwachsene Tiere in den Flusssystemen ganz Europas und Nordafrikas. Werden sie an der Rückkehr ins Meer gehindert, so wachsen sie im Süsswasser sehr schnell und das Weibchen erreicht im 10. Lebensjahr 70-90 cm Länge. Weibchen werden mit 5 - 10 Jahren geschlechtsreif und schwimmen - falls sie ins Meer zurückgelangt sind - gemeinsam mit den in den Flussmündungen verbleibenden Männchen zu den Laichplätzen, von denen man annimmt, dass sie sich im Saragossameer zwischen den Bermudas und den Bahamas befinden. 

 

Die Leptocephali genannten Larven sind hochrückig und gänzlich verschieden von ihren Eltern gebaut. Drei Jahre dauert ihre Wanderung zurück zu den europäischen Küsten. Im Verlauf dieser Reise kommt es zu einer Metamorphose, die Larven erhalten den aalförmigen Körperbau und streben in die Flüsse, wo sie bis zum Erwachsenenstadium verbleiben. Aale ernähren sich vor allem von Fischen, die sie in der Nacht jagen. Tagsüber verstecken sie sich unter Steinen oder Wurzeln. Die Hautatmung ermöglicht es ihnen, auch im Schlamm mit völlig sauerstoffreiem Wasser zu überleben sowie nachts über nasses Gras von einem Gewässer bis zum nahen anderen zu gelangen. Wegen seines ausgezeichneten, grätenlosen und fettreichen Fleisches wird der Aal als Speisefisch hochgeschätzt. Im Süsswasser müssen seine Bestände heute allerdings durch Besatz aufgefrischt werden.



Grösse: bis 2 m, meist 50-150 cm 

Gewicht: 4-6 kg, meist 600 g-2 kg 

Verbreitung: Europa, Nordafrika

Äsche

 

Weltrekord nach IGFA 4,36 Pfund und 56 cm länge gefangen 2010 in der Drau ( Austria ) von Adriano Gargantini

In Körperform und Äusserem ähnelt die Äsche den Maränen und einigen Karpfenartigen, ihr Erkennungsmerkmal ist die breite und hohe Rückenflosse der Männchen. Jüngere Exemplare sind silbrigweiss gefärbt und haben einen graugrünen bis dunkelblauen Rücken und einen regenbogenfarbenen Schimmer auf den Seiten. Geschlechtsreife Tiere sind dunkler und tragen schwarte Flecken auf Körper und unpaaren Flossen. In der Fortpflanzungszeit zeigen besonders die Männchen ein intensiv bunt gefärbtes Kleid, die Rückenflosse glänzt in Rotviolett und anderen Farben des Regenbogens. Äschen benötigen keine Verstecke, da sie in Schwärmen das offene Wasser bewohnen und ihren Standort selten wechseln. In den Flüssen bevorzugen sie solche Stellen, an denen träge fliessendes Wasser mit Stromschnellen abwechselt. Dieser Flussabschnitt wird Äschenregion genannt. Hier fangen sie Larven von Wasserinsekten, Weichtiere und auf das Wasser gefallene Landinsekten. Die mit zwei oder drei Jahren geschlechtsreifen Fische werden 5-6 Jahre alt, in Ausnahmen auch 10 Jahre. Von März bis Mai laichen die Äschen paarweise in grossen Gruppen über kiesigem Grund. Tagsüber verteidigen die Männchen ihre Laichplätze vor ihren Konkurrenten und lassen auch keine unreifen Weibchen ins Revier. Die Larven wachsen schnell heran, so dass sie Ende des ersten Lebensjahres 8-15 cm lang sind. Angesichts der sich verschlechternden Bedingungen für eine natürliche Fortpflanzung vermehrt man die Äschen heute auch beim Fischereiverein Werdenberg künstlich. Sportfischer stellen der Äsche mit der Angel gern nach. Ihr gut schmeckendes Qualitätsfleisch duftet in frischem Zustand nach Thymian.


Größe: 30-50 cm, ausnahmsweise 50-60 cm Gewicht: 0,5 -1,5 kg, vereinzelt auch grösser
Fruchtbarkeit: 1000-20 000 Eier
  
Verbreitung: in den meisten Ländern des europäischen Kontinents etwa ab 45° nördlicher Breite, nach Osten bis zum Ural

Aland

Der Aland ist eine Fischart mit hohem Rücken und einem relativ kleinen Kopf. Sein Maul ist endständig und seine Augen besitzen eine messinggelbe Iris. In nahrungsreichen Gewässern wölbt sich der Rücken hinter dem Kopf bogenförmig. Meist ist der Rücken bis zur Seitenlinie dunkel graublau, die Seiten sind silbrig, der Bauch weisslich. Die Schwanzflosse sind graublau, die Afterflosse ist braunrot, die paarigen Flossen sind rötlich. Die dunklere Schwanzflosse ist tief eingeschnitten. Alande halten sich schwarmweise in den Unterläufen größerer Flüsse, in Talsperren und Seen auf, wurden aber auch in einigen Teichen ausgesetzt. Häufig sind sie besonders in der Donau und den großen Flüssen des europäischen Teils der Sowjetunion, wo sie ein wichtiger Industriefisch sind. Sie erreichen ein Alter von 10 - 15 Jahren und sind mit 3-5 Jahren geschlechtsreif. Erwachsene Tiere unternehmen im Frühling in Schwärmen Laichwanderungen. Zur eigentlichen Fortpflanzung kommt es von April bis Juni,



wobei die Eier auf Kies, Sand, Wasserpflanzen oder feine Baumwurzeln abgelaicht werden. Auffallend dabei ist das stürmisch plätschernde und schwanzschlagende Verhalten der Fische in ihrem goldglänzenden Hochzeitskleid. Die Männchen haben zu dieser Zeit kleine Laichwarzen an Kopf, Rumpf und Brustflossen. Alande ernähren sich von tierischem Plankton, Wasserinsekten und auf dem Wasser schwimmenden Landinsekten, Weichtieren, Fischlaich, Algen und Pflanzenteilen. Sie sind ein gerngesehener Fang und besitzen auch recht gut schmeckendes Fleisch.

 


Grösse: 30-40 cm, selten bis 60 cm
Gewicht: 0,5 - 2,5 kg, einzeln auch 4 kg

Fruchtbarkeit: 70 000-120 000 Eier je kg Gewicht des Weibchens (im Durchschnitt 85 000 je Tier)


Verbreitung: vom Rhein bis zur Lena in Sibirien

In Parkteichen und Gartenbassins wird mit Vorliebe die
Goldforin des Alands gehalten. Die Goldorfen haben eine
orangefarbene bis rote Farbe und halten sich gern unter der
Oberfläche auf, so dass sie gut zu sehen sind.

Bachforelle

Weltrekord nach IGFA 36,50 Pfund gefangen im Mai 1992 im Little Red River von Howard L. Collins

Bachforelle

Bachforelle Milchner

( Salmo trutta m. fario ) 

Unerlässlich ist für die Bachforelle kaltes, reines Wasser mit hohem Sauerstoffgehalt. Besonders bevorzugen sie reichgegliederte Wasserläufe mit zahlreichen Verstecken bis in eine Höhe von etwa 1500 m ü.d. M. Bachforellen besetzen und verteidigen ein Revier, dessen Grenzen vor allem von der Sichtweite bestimmt werden. Sie leben vorwiegend von Wasserinsektenlarven, auf das Wasser gefallenen Land Insekten, Fischeiern, Kleinfischen und Fröschen. Ihre Geschlechtsreife tritt im zweiten bis vierten Lebensjahr ein, bei Männchen meist ein Jahr früher als bei Weibchen. Zum Laichen, das von Oktober bis Januar währt, ziehen die Bachforellen stromaufwärts in höher gelegene Flussab- schnitte, wobei sie bis 1,5 m hohe Hindernisse überwinden. An den Laichplätzen angekommen, schlagen die Weibchen schüsselartige Laichgruben in den Grund und legen ihre Eier ab, deren Entwicklung 100-120 Tage dauert. Die gute Bestandssituation der Bachforelle in den europäischen Gewässern verdanken wir vor allem der künstlichen Aufzucht von Satzforellen. Die Bachforelle gehört zu den wirtschaftlich wichtigsten Süßwasserfischen und besitzt Fleisch von ausgezeichneter Qualität, das hervorragend für eine gesunde Ernährung geeignet ist. Man fängt die Bachforelle mit der Fliegenrute oder der Schleppangel, wobei als Köder Blinker oder tote Fische genommen werden.


Grösse: 30-60 cm, vereinzelt auch 1 m
Gewicht: meist 0,5-2 kg, ausnahmsweise bis 10 kg und mehr

Fruchtbarkeit: je Kilo Körpermasse des Weibchens 2000-3000 Eier

Verbreitung: mittlere und obere Abschnitte der Flüsse ganz Europas, des Kaukasus, Kleinasiens, Marokkos und Algeriens. Des weiteren in Australien, Neuseeland, Indien, Nordamerika und Zentralafrika eingeführt, sie findet bei uns leider immer weniger Lebensraum.

Bachneunauge

 


Die Rückenflossen der erwachsenen Bachneunaugen stossen aneinander, durch dieses Merkmal unterscheiden sie sich vom Flussneunauge. Während der Laichzeit verlängert sich bei den Männchen das Begattungsorgan röhrenartig. Nur die Weibchen besitzen einen After Flossensaum. Die Färbung des Körpers kann graublau, braungrün bis braun sein, Bauch und Seiten sind heller. Sehr interessant ist die Fortpflanzung der Bachneunaugen. Nach einem 4 Jahre dauernden Larvenstadium kommt es vom Herbst bis zum Frühling zur Metamorphose der Larven. Die erwachsenen Bachneunaugen graben in der Zeit von April bis Juni mit dem Schwanz eine Laichgrube in den Sand oder Kiesboden, aus der sie die grösseren Steine mit dem Maul herauswälzen. Während des Laichvorgangs saugen sich die Weibchen mit dem Maul an einem Stein fest und die Männchen winden ihren Schwanzteil um sie. Manchmal saugen sie sich sogar am Rücken der Weibchen fest. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die dreieckige Mäuler und hufeisenförmige Oberlippen haben. Die Kiemenöffnungen der Larven liegen in einer gemeinsamen Querrinne,

Grösse: 12-16 cm, Larven bis zu 18 cm 

Gewicht: 15-25 g, max. 40 g

Fruchtbarkeit: bis 1500 Eier

Synonym: Petromyzon planeri

Verbreitung: Einzugsgebiet von Nord - und Ostsee, Frankreich und Irland, besonders in der Forellenregion der Fliessgewässer, unternimmt keine Wanderungen.

Bachsaibling


Bachsaibling Milchner

Lachse Salmonidae

Die Heimat dieser farblich attraktiven Art ist Nordamerika, wo sie von Nordkanada bis zum südlichen USA - Staat Georgia verbreitet ist. Ursprünglich bildeten die Grossen Seen und der Oberlauf des Mississippi die Westgrenze ihres Lebensraumes. Heute ist der Bachsaibling auch im Westen der USA, in Südamerika, Asien und auf Neuseeland verbreitet. Nach Europa wurde er Ende des vorigen Jahrhunderts eingeführt. Sein Körper ist hochrückiger als der der Forelle, das Maul ist endständig und weit aufsperrbar. Der Oberkiefer ist länger als beim Wandersaibling und reicht deutlich bis hinter das Auge, die Mundhöhle ist schwarz gefärbt. Bachsaiblinge gehören zu den farbenprächtigsten Süsswasserfischen, jedoch wechseln die Farben von Population zu Population und verändern sich auch im Laufe des Jahres. Sie leben an ähnlichen Plätzen wie die Bachforelle, auch ihre Nahrungsansprüche sind die gleichen. Daher konkurrieren sie miteinander, was zur Folge hat, dass die Forelle meist den Bachsaibling verdrängt. Bachsaiblinge vertragen auch das sauerstoffärmere Wasser in den Quellgebieten und saures Wasser mit niedrigem pH-Wert, falls es nur genügend kalt ist (bis16'C). An manchen Abschnitten ist er daher der einzige Fisch. Im Unterschied zur Forelle benötigt er auch keinen gegliederten Grund mit Verstecken und kann auch in regulierten Wasserläufen leben. Mit zwei oder drei Jahren erreicht er seine Geschlechtsreife und laicht meist von Oktober bis Dezember. Ähnlich den Forellen schlägt er eine Laichgrube in den Grund, die zur Eiablage dient. Die Eier werden durch die Wirbelbewegung des Elternpaars in den Grund eingewühlt. Ihre Entwicklung dauert ca. 100 Tage. Da Saiblinge und Forellen ähnliche Laichplätze aufsuchen, kommt es zuweilen zur Entstehung von unfruchtbaren Kreuzungen mit einem marmorierten Farbkleid.

S. namaycush wird manchmal zur selbständigen Gattung Cristivomer gerechnet. Er gehört zu den grössten Süsswasserlachsen und wird bis zu 45 kg schwer. Seine Heimat sind die kanadischen Seen und Flüsse, wo er ein geschätzter Nutzfisch ist. In den Großen Seen werden seine Bestände vom vordringenden Meerneunauge, aber auch von der anwachsenden Verschmutzung reduziert

pa 30-50 cm, in ihrer Heimat bis 90 cm


Gewicht: in Europa 1-3 kg, in Kanada und USA bis 7 kg
 

Fruchtbarkeit: ca. 2000 Eier auf jedes Kilo Gewicht des Muttertiers

Verbreitung: ursprünglich Nordamerika, eingebürgert in zahlreichen Gebieten der Erde

Barbe


Barbus barbus

Weissfische
Cyprinidae

Der Körper der Barbe ist fast walzenförmig, mit hoher, aber kurzer Rückenflosse. Das unterständige Maul hat fleischige Lippen und vier dicke Bartfäden. Die Schlundzähne sind zweireihig angeordnet. Während der Rücken olivgrün bis braungrün gefärbt ist, sind die Seiten goldfarben, der Bauch gelblich bis schmutzig weiss, die Afterflosse und die paarigen Flossen rötlich, die Rücken- und Schwanzflosse dunkler. Barben zählen zu den größeren Arten, wobei die Weibchen deutlich schneller wachsen als die Männchen. Im Alter von 4-6 Jahren tritt die Geschlechtsreife ein. Die Fische laichen von Mai bis Juli in belebter Strömung und über Kiesgrund. In den Eierstökken kann man zwei oder drei Rogentypen unterscheiden, was bedeutet, daß die Eier portionsweise abgelaicht werden. Ihre Zahl schwankt zwischen 35-60 Tausend je Kilo Körpergewicht des Muttertiers. Nach 5-10 Tagen schlüpfen die Larven. Barben ernähren sich hauptsächlich von benthischen Wirbellosen, aber auch von Algen und Kleinfischen. Barben sind typische rheophile Fische, lieben also Gewässer mit starker Strömung.

Nach ihnen werden die Oberläufe mit Stein- oder Kiesgrund Barbenregion genannt. Sie leben in Schwärmen am Grund, wo sie sich ihre Nahrung suchen. Dabei wenden sie mit der fleischigen Schnauze liegende Steine um. Im Winter verringern sie ihre Aktivität und machen eine Zeit der Winterruhe durch. Barben werden besonders von Sportanglern gefangen, die sie als Sportfisch hoch schätzen. Am besten lassen sie sich abends angeln oder im vom Regen getrübten Wasser, in dem sie eifrig nach Nahrung suchen.

 

Grösse: 30-60 cm, max. 90 cm Gewicht: 0,5 - 2 kg, max. 6 kg

 

Fruchtbarkeit: 20 000-150 000 Eier

Verbreitung: West- und Mitteleuropa einschliesslich des
Donaugebietes. Fehlt in Irland, Skandinavien und auf den
südeuropäischen Halbinseln

Bei der Barbe ist der dritte Flossenstrahl der Rückenflosse deutlich gezähnt, bei der Hundsbarbe meridionalis) aber glatt

Barsch


Der Flussbarsch ist in fast ganz Europa weit verbreitet und häufig. Sein Rumpf ist ziemlich hoch, die Höhe der Rückenwölbung schwankt allerdings stark mit den wechselnden Lebensbedingungen. Am keilförmigen Kopf mit dem endständigen, gut bezahnten Maul befinden sich grosse Augen, die beiden Rückenflossen sind deutlich voneinander getrennt. Auf der ersten von ihnen, die ausschliesslich stachelartige, unverzweigte Hartstrahlen aufweist, ist hinten ein charakteristischer schwarzer Fleck zu sehen. Der Körper ist graugrün bis gelbgrün gefärbt, der Rücken ist dunkler, an den Seiten sind 5-9 schwarze Querbinden, der Bauch ist heller gefärbt. Brust-, Bauch-, After- und Schwanzflosse sind orangegelb bis rot. Flussbarsche kommen an den verschiedensten Standorten in fliessenden und stehenden Gewässern vor, und zwar in stilleren Tümpeln ebenso wie in den Oberläufen von Bächen und Flüssen oder in Teichen und Stauseen. Sie bevorzugen Stellen mit üppiger Vegetation, mit versunkenen Bäumen und Unterwasserwurzeln, denn ihre gestreifte Färbung passt sich an solche Licht und Schattenbedingungen an. Zur Laichzeit im Frühjahr, meist von April bis Mai, versammeln sie sich zu grösseren Schwärmen.

Die sich von Plankton ernährende Brut bildet Schwärme, die sich nachts wieder auflösen. Flussbarsche verharren in der Nacht bewegungslos am Gewässergrund und vereinen sich erst in der Morgendämmerung wieder zu Schwärmen. Lediglich alte und grosse Exemplare leben allein. Sobald sie etwa 20 cm lang werden, ernähren sie sich von kleineren Fischen, sogar vom eigenen Nachwuchs. An vielen Stellen herrscht starke Überbevölkerung und die Tiere wachsen infolge Nahrungsmangel nur langsam. Wegen ihres wohlschmeckenden, festen und weissen Fleisches werden die Flussbarsche gern geangelt.


Grösse: 30 cm, einzeln bis 40 cm, max. 50 cm
Gewicht: 300-500 g, selten 1-2 kg, max. 4-5 kg
Fruchtbarkeit: 80 000-250 000 Eier je Kilo Gewicht des Weibchens

 

Verbreitung: in Europa ausser Schottland, Norwegen und den südeuropäischen Halbinseln. In Sibirien bis zur Kolyma


Der Laich wird in Streifen auf lebende und tote Vegetation oder auf Steine abgelegt, in denen die Eier in einer Gallertmasse gebettet und so vor Fressfeinden geschützt sind

Häufige Bestandteile der Nahrung sind Krustentiere und Fischlaich , Kleinfische  und Insektennymphen

Brachsen

 

Weißfische Cyprinida

Zur Gattung Abramis gehören drei verschiedene Karpfenfische mit hochrückigem Körper und langer Afterflosse. Der wichtigste von ihnen ist der Brachsen mit einem hohen, seitlich stark einfallenden Körper. Sein hervorstülbares, unterständiges Maul ermöglicht ihm, seine Nahrung vom Boden aufzusammeln. Der Rücken ist hellgrau, manchmal blauschwarz, die Seiten grau, bisweilen mit einem gelbgrünen Schimmer, der Bauch grau oder graugelb. Ausser den helleren paarigen Flossen sind alle grauschwarz. Das Wachstum dieses grossen Fisches hängt wie immer von der zahlenmässigen Stärke der Population und von der Anzahl seiner Nahrungskonkurrenten ab. Bei zahlenstarken Beständen und Futterrmangel bilden sich Verbuttungen, also langsam wachsende Populationen mit an ein Blatt Papier erinnernden Körpern. Die Geschlechtsreife tritt im vierten bis fünften Lebensjahr ein. Brachsen laichen wiederholt von April bis Juli. Ihren Laich legen sie auf Steine oder Kies, aber je nach Laichplatz auch auf Wasserpflanzen ab. Bei 18 - 20 'C dauert es drei Tage, ehe die Larven schlüpfen. 

Sie fressen überwiegend Zooplankton, grössere Tiere gehen auf benthische Nährtiere über (Mollusken, Larven der roten Zuckmücken arten Schlammröhrenwürmer). Brachsen halten sich im langsam fliessenden Wasser aber auch in Teichen, Stauseen und grösseren Weihern auf. Auch Brackwasser vertragen sie. Die Brachsen werden als wichtige Wirtschafts- und Sportfische angesehen. In den freien Gewässern bilden sie einen wesentlichen Teil der Biomasse. In manchen Staubecken werden jährlich mit der Angel 100 kg Brachsen je Hektar angelandet.


Grösse: 35-45 cm, max. 80 cm
Gewicht: 1-2 kg, max. 10 kg

Fruchtbarkeit: 50 000-350 000 Eier, je Kilo Körpergewicht des Weibchens sind das 60000-100 000

Verbreitung: ganz Europa

Blaufelchen / Schwebrenke

 

 

 

Weltrekord nach IGFA 13 Pfund gefangen im Mai 1984 in Meaford, Ontario Kanada von Dennis M. Laycock

 

Der Rücken des Blaufelchens ist blaugrün, die Seiten silbrig und nach vorn hin eher grau, die grauen Flossen haben einen grünlichen Hauch. Um die Seitenlinie und die Afteröffnung erkennt man einen rosa Schimmer. Die zu den grossen Maränen gehörende Art wächst sehr schnell, besonders in den Fischteichen, wo sie als Beifisch des Karpfens lebt. Ende des ersten Jahres erreicht sie 20 oder 25 cm und ein Gewicht von ca. 100 g, im zweiten Jahr an die 30 cm Länge und im fünften Jahr 55 cm und über 3 kg Gewicht.  Laichzeit ist von Oktober bis Dezember. Die Embryos entwickeln sich durchschnittlich in 100 Tagen. Dort, wo die Blaufelchen künstlich eingeführt wurde, kann man sich nicht auf den Erfolg des Laichens verlassen und muss die Bestände jedes Jahr mit Satzfischen auffüllen. Als Nahrung dient vor allem Zooplankton, wobei grössere Tiere auch die Bodenfauna und gelegentlich Laich oder kleine Fische fressen. Die Blaufelchen besitzen hohe wirtschaftliche Bedeutung

 

In den Teichen erhöhen sie die natürliche Produktion, da sie mit dem hauptsächlich gezüchteten Karpfen nicht in scharfer Futterkonkurrenz stehen. Man fängt sie mit Schlepp  und Kiemennetzen, Sportangler stellen Ihr oft mit der Nymphen - Hegene nach. Ungünstig ist, dass die gefangenen Fische rasch verenden. Ihr Fleisch ist sehr schmackhaft.

 

Grösse: bis 100 cm, meist 30-60 cm

Gewicht: bis 10 kg, gewöhnlich 1-4 kg

Fruchtbarkeit: 10 000 - 50 000 Eier

Verbreitung: Ganz Europa 

Bitterling

 

Fisch des Jahr 2008

 

Der Bitterling ist eine kleine Fischart mit relativ hohem Rücken und halbunterständigem Maul. Den Körper schützen grosse Schuppen, die Poren der unvollständigen Seitenlinie sind nur auf den ersten 4-7 Schuppen hinter dem Kopf erkennbar. Den grössten Teil des Jahres ist der Rücken graugrün gefärbt, Seiten und Bauch sind silbrig. Über die Mitte der Seiten zieht sich ein opalisierender Streifen blaugrüner Farbe. In der Laichzeit intensivieren sich die Farben der Männchen und auf zwei Stellen über den Augen und dem Maul erscheinen Laichwarzen. Gleichzeitig sind die Seiten rotviolett und hinter den Kiemendeckeln erscheint ein blauer Fleck. Bitterlinge leben meist in Flussunterläufen, alten Flussarmen und einigen Seen, wo sie sich Buchten mit schlammigem Grund aussuchen, in denen Muscheln (Anodonta) und Malermuscheln (Unio) vorkommen. Diese brauchen sie nämlich unbedingt zu ihrer erfolgreichen Vermehrung, die sich von April bis August abspielt. In dieser Zeit wächst den Weibchen hinter der Afteröffnung eine 5 - 6 cm lange Legeröhre. Die Männchen suchen sich im Frühjahr eine Muschel aus und vertreiben anfangs auch die Weibchen von ihr. Nähert sich aber ein geschlechtsreifes Weibchen, beginnen sie, es in einem komplizierten Ritual zu ihrer Muschel zu locken. Schliesslich schiebt das Weibchen die Legeröhre in den Kiemenraum der Muschel und legt dort ihre Eier ab. Das Männchen aber lässt über der Einsaugöffnung des Weichtieres seine Milch ab, die mit dem Wasser zum Rogen gelangt. Die befruchteten Eier entwickeln sich im Innern der Muschel und verlassen nach 3 - 4 Wochen diese als kleine Bitterlinge. Das Männchen lockt sogar gelegentlich mehrere Weibchen zu seiner Muschel. Dieselbe Muschel nutzen oft auch andere Fischpaare, so dass man in ihr oft über 100 verschiedene Entwicklungsstadien der kleinen Bitterlinge zählen kann. Die vier bis fünf Jahre alt werdenden Fische erlangen im 2. Lebensjahr die Geschlechtsreife. Ihre Nahrung ist überwiegend Phytoplankton und Zooplankton. Die früher grossen Bestände gehen zurück, da mit zunehmender Wasserverunreinigung die Muscheln abnehmen.

 
Grösse: 6-9 cm

Fruchtbarkeit: 40 - 100 Eier mit bis zu 3 mm Durchmesser

Verbreitung: nördlich der Alpen, fehlt aber in Skandinavien, Dänemark und einem Grossteil Grossbritanniens. Nach Westen bis zum Rhönegebiet, nach Osten bis zum Kaspischen Meer.

Döbel

 

Der walzenförmige, robuste Körper des Döbels geht in einen niedrigeren, breit abgerundeten Kopf über, der in einem grossen, endständigen Maul endet, das im Profil gesehen leicht nach oben strebt. Der Rücken hat eine graue bis schwarzgrüne Farbe, die Seiten sind goldgelb und der Bauch ist helIgelb bis silbrig. Die Rücken und Schwanzflosse sind dunkel, die Bauch und Afterflosse orangerot bis dunkelrot. Große dunkel umrandete Schuppen ergeben eine Netzstruktur. Döbel treten vom unteren Abschnitt der Forellenregion bis zu den schneller fliessenden Teilen der Bleiregion auf, bewohnen aber auch stehende Gewässer, besonders Staubecken. Mit zwei bis vier Jahren sind die Döbel geschlechtsreif. Sie laichen in kleinen Schwärmen bevorzugt in der Strömung oder nahe dem Ufer grösserer Talsperren. Zuerst besetzen die Männchen die Laichplätze, dann stossen die reifen Weibchen zu ihnen. Sie legen ihre klebrigen Eier an überspülten Zweigen, Holzstücken oder auf steinigem Grund ab. Im Abstand von 10 - 20 Tagen laichen sie zwei bis dreimal. Bei den Männchen (seltener auch bei Weibchen) tritt in dieser Zeit Laichausschlag auf. In fliessenden wie in stehenden Gewässern bevorzugen die Fische Plätze mit gegliedertem Grund und ebensolchem Ufer. Die typischen Allesfresser verlieren ihre Aktivität auch nicht im Winter. Sie werden 8 - 10 Jahre alt, in Ausnahmefällen auch 15 Jahre und mehr. Der zu den gefrässigsten Fischen gehörende Döbel ist aus diesem Grund ein geschätzter Sportfisch, obwohl sein Fleisch keine allzu gute Qualität aufweist. Die Angler fangen ihn auf die verschiedenste Weise. Grössere Exemplare werden aber äusserst vorsichtig und sind nur schwer an den Haken zu bekommen. Da er relativ widerstandsfähig ist, was die Wasserreinheit betrifft, kommt er häufig auch vor der Mündung eines Abwasserkanals in den Fluss vor.

 

Grösse: 60 cm, vereinzelt bis 80 cm, meist 20 - 40 cm

Gewicht: 3 -  5 kg, vereinzelt bis 8 kg, meist 0,2 - 0,6 kg Fruchtbarkeit: 20 000 -200 000 Eier

Verbreitung: Gewässer ganz Europas ausgenommen Irland, Schottland und ein Teil Nordskandinaviens. Kommt auch in Kleinasien vor

Elritze

 

Diese kleine Fischart zeichnet eine unvollständige Seitenlinie, deutlich abgerundete Flossenränder und winzige, mit dem blossen Auge nur schwer wahrnehmbare Schuppen aus. Das Farbkleid ist sehr veränderlich, mit dunklen Flecken oder Streifen auf Rücken und Seiten. In der Laichzeit sind die Männchen sehr bunt gefärbt und zählen dann zu den schönsten Süsswasserfischen Europas. Rücken und Seiten sind dann dunkel bis schwarz und kontrastieren scharf mit dem Rot der vorderen Bauchhälfte, der Lippenränder, der Ansatzstellen der paarigen Flossen und der Afterflosse. Auf dem Kopf, den Brustflossen und den Schuppen des Vorderkörpers tragen sie einen deutlich sichtbaren, hellen Laichausschlag. Die langsam wachsenden und kurzlebigen Fische werden nur selten mehr als 5 Jahre alt. Sie bevorzugen sauberes, schnell fliessendes und sauerstoffreiches Wasser. Ihre Nahrung sind meist Larven von Wasserinsekten, Krustentiere und Würmer. Im dritten Lebensjahr sind sie geschlechtsreif und laichen in großen Schwärmen von April bis Juli an flachen Stellen mit kiesigem Grund.

 

Ihre Eier legen sie auf den Boden oder auf Pflanzenbestände ab, für gewöhnlich in zwei Portionen. In der Vegetationszeit halten sie sich in Ufernähe und dicht unter der Oberfläche auf, bei Gefahr verstecken sie sich unter Wurzeln und Steinen am Grund, wohin sie sich auch in der kalten Jahreszeit zurückziehen. Als Bewohner von Forellengewässern sind die Elritzen wichtige Nahrungsquelle für die Forellen, ansonsten haben sie keine besondere Bedeutung. Gelegentlich nehmen sie die Angler als Köderfisch, selten werden sie in Aquarien gehalten. Vor Jahren wurden sie als Versuchsfische verwendet.

 


Grösse: 6 - 8 cm, selten bis 12 cm
Fruchtbarkeit: 800-4500 Eier

Verbreitung: Bäche und Oberläufe von Flüssen in Europa und Nordasien mit Ausnahme von Süditalien, Spanien, Portugal, dem südlichen Balkan, Nordschottland und Nordskandinavien

Flussneunauge

 

 

 

 

Flussneunaugen sind mit den kleineren Bachneunaugen (Lampetra planeri) eng verwandt. Während das Bachneunauge schwache und stumpfe Zähne im Saugmaul hat, sind die des Flussneunauges scharf. Ausserdem besitzt letzteres auf der oberen Mundplatte zwei scharfe Zähne, während das Bachneunauge eine glatte Platte aufweist. Die beiden Rückenflossen werden beim Flussneunauge durch eine Lücke getrennt. Der Rücken ist grünbraun, die Seiten goldähnlich, die Bauchseite hell gefärbt. In unserem Jahrhundert ist die Zahl der Flussneunaugen zurückgegangen, was auf den Bau von Talsperren und Stauwehren sowie auf die Wasserverschmutzung zurückzuführen ist.

Auf ähnliche Weise wie bei den Bachneunaugen verläuft die Eiablage in vorher angelegten Laichgruben in den Flüssen. Aus den rund 1 mm grossen Eiern schlüpfen die Larven, während die Elterntiere nach dem Laichen verenden. Während des vier und mehr Jahre dauernden Larvenstadiums leben die Flussneunaugen im Boden eingegraben. Bei einer erreichten Länge von 8,5-15 cm wandern die nunmehr erwachsenen Tiere ins Meer, wo sie an den Küsten verbleiben und sich intensiv mästen.

 

 

Grösse: 30-40 cm, max. 50 cm, Weibchen werden noch grösser, Larven bis 13 cm lang

Gewicht: bis 0,7 kg

Fruchtbarkeit: 4000-40 000 Eier

Synonym: Petromyzon fluviatilis

Verbreitung: Flüsse Nord, West und teilweise auch Südeuropas, angrenzende Meere und nordamerikanische Küsten

 

 

Groppe

 

Cottus gobio 'Groppen
Cottidae


Die Groppe, ein kleiner Süsswasserfisch mit spindelartiger Körperform, hat einen grossen, breiten Kopf und glatte, Schuppenlose Haut. Der Körper ist meist grau oder hellbraun gefärbt und hat eine unregelmässige, dunklere Marmorierung mit vier undeutlichen dunklen Querstreifen. Die Flossen sind überwiegend hellgrau und gefleckt. Groppen kommen vor allem in seichten Gebirgs und Vorgebirgsflüssen und Bächen mit gegliedertem, steinigem Grund vor. Tagsüber verstecken sie sich unter Steinen, in den Abend- und Nachtstunden werden sie aktiv. Ihr Versteck verlassen sie, wenn sie gestört werden, wobei sie sich dann mit kurzen Sprüngen zur nächsten Deckung bewegen. Die Groppen besitzen keine Schwimmblase und sind sehr schlechte Schwimmer. Die zuweilen bis 8 Jahre alt werdenden Fische laichen von März bis Mai. Für gewöhnlich legt das Weibchen die Eier auf die Unterseite eines Steines ab.

 

Bis zum Schlüpfen werden sie vom Männchen behütet. Diese unterscheiden sich von den Weibchen durch ihren grösseren Kopf, das breitere Maul und vor allem durch die röhrchenartig verlängerte Genitalpapille. In früheren Jahren wurden die Groppen von den Fischern als Forellenlaichräuber und Futterkonkurrenten für die Forellen und andere Salmoniden angesehen. Ihre Schädlichkeit wurde sicher überbewertet. Gelegentlich verwenden Angler diese Art als Köderfisch, für die Salmoniden ist sie eine wichtige Nahrungsquelle.

 


Grösse: 12-14 cm, max. 16 cm
Fruchtbarkeit: 100- 1300 Eier
Verbreitung: Grossteil Europas

Gründling

 

Der Gründling ist der zahlenstärkste und verbreitetste Fisch seiner Gattung. Er hat einen kleinen, langgezogen spindelförmigen Körper, ein unterständiges Maul mit zwei Bartfäden. Sein Rücken ist braun, manchmal grünlich, die Seiten schmutzig grauweiss, zuweilen mit einem leichten gelben Schimmer. Rücken, Schwanz und Brustflossen sind graugelb mit mehreren Reihen dunkler, scharf abgegrenzter Flecken. Gründlinge wachsen nur langsam, mit 5 oder 6 Jahren sind sie 10 -15 cm lang. Geschlechtlich reifen sie im zweiten bis dritten Lebensjahr heran. Sie laichen von April bis Juni bei einer Wassertemperatur von 12 -18 'C in schnell fliessendem, aber auch in stehendem Wasser über sandigem Grund. Die Männchen haben in dieser Zeit einen kräftigen Laichausschlag. Gelaicht wird in 3 - 4 Raten mit jeweils etwa einer Woche Pause. Meist ist der Laich zu kleinen Klumpen verklebt.

 

Je nach Temperatur schlüpfen die Larven nach 6 -10 Tagen. Sie leben am Grund, wo sie sich auch ihre Nahrung suchen (Mikroorganismen, Strudelwürmer, Larven von Krustentieren). Im Laufe ihres Wachstums gehen die Larven auf grössere Nährtiere über, erwachsene Fische ernähren sich von Larven der Köcherfliegen und Zuckmücken, in geringerem Masse auch von Pflanzen. Gründlinge leben in Schwärmen in allen Flussabschnitten, in Weihern, Teichen und Staubecken. Sie tolerieren auch das leicht salzige Wasser der östlichen und nördlichen Ostsee. Ihnen genügen selbst unscheinbare Tümpel und Bächlein zum Leben. Werden sie aufgestört, so verstecken sie sich unter ausgespülten Ufern, zwischen Steinen und Wurzeln. In Karpfenteichen können sie sehr zahlenstarke Bestände bilden, die dann dem Karpfenbesatz als Futterkonkurrenten entgegentreten. Gründlinge dienen als Futterfische und Köderfische.

Grösse: 10 - 12 cm, max. 22 cm

Fruchtbarkeit: 1000-3000 Eier

Verbreitung: in Europa ausgenommen der südlichen Halbinseln und des nordwestlichen Skandinaviens, Nordasien bis zum Jenissei, China, Flussgebiet vom Armir

Giebel

 
Giebel, Silberkarausche

Der Körperbau des Giebels ist der Karauschen  Art ähnlich. Am letzten Hartstrahl der Rückenflosse sitzen 10 - 15 Zähne, die in Richtung Flossenende grösser werden. Der Giebel hat auf dem ersten Kiemenbogen mehr Kiemenreusendornen (39 - 50) als die Karausche (23 - 33). Sein Rücken ist schwarz, ähnlich sind auch die Rücken und Schwanzflosse gefärbt. Die Seiten sind silbergrau, die paarigen Flossen und Afterflosse etwas heller. Er lebt in Mittel und Osteuropa überall da, wo die Karausche vorkommt, dringt aber bis in den Fernen Osten vor. Der in China gezüchtete dekorative Goldfisch stammt von einer Unterart der Silberkarausche       (C. auratus gibeho) ab. Heutzutage wird der Giebel in ganz Europa eingeführt, unter anderem im Zuge der Verbreitung der pflanzenfressenden Fische. Beginnend mit dem zweiten bis vierten Lebensjahr laicht er von Mai bis Juli. In einigen osteuropäischen und asiatischen Populationen kommen nur Weibchen vor. Gelaicht wird in 2 bis 4 Rationen Giebel leben von Benthos, Zooplankton, Landinsekten und Pflanzenresten. Die 8 - 12 Jahre alt werdenden Fische sind an grössere Flüsse und Seen gebunden. Sie wachsen schneller als die Karauschen. Dank ihrer Expansion nach Westen wächst auch ihre wirtschaftliche Bedeutung entweder in negativer Hinsicht (dort, wo sie nur Futterkonkurrenten des Karpfens sind) oder im positiven Sinne (dort, wo sie im wachsenden Masse gefischt werden). In vielen Teichen werden jährlich 50 - 100 kg abgefischt, obwohl sie nur zufällig dort auftreten. Im Fernen Osten und im europäischen Teil Russlands werden sie regelmässig gefischt.

 

Grösse: 20-25 cm, max. 30-45 cm

Gewicht: 200-300 g, max. 1-2 kg

Fruchtbarkeit: 160 000-360 000 Eier

Verbreitung: ein Teil Europas und Asiens

Güster

 

Von der Gattung Abramis unterscheidet sich Blicca durch die zweireihigen Schlundzähne (Bleie haben einreihige Schlundzähne). Auf den ersten Blick lässt sich die Güster vom Blei anhand ihrer grossen Augen und der farbenfrohen paarigen Flossen unterscheiden. Die Afterflosse ist kürzer als beim Blei und beginnt erst hinter dem letzten Strahl der Rückenflosse. Die Güster hat einen grauschwarzen Rücken, silberfarbene Seiten mit einem typischen Metall - bläulichen bis grünlichen Glanz. Die unpaaren Flossen sind grau, die Ansatzstellen der paarigen Flossen sind rötlich oder orangerot gefärbt. Die sonst zu den mittelgrossen Arten gehörende Güster wird in manchen Karpfenteichen bis über ein Kilo schwer. Sie wächst langsamer als der Blei und erreicht mit 5 oder 6 Jahren 15 cm Länge, mit , 8-10 Jahren 25 cm je nach dem Futterangebot. Ein Teil der Tiere wird schon im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif (vor allem die Männchen), der Rest im dritten. Von Mai bis Ende Juni laichen sie portionsweise oft an den gleichen Laichplätzen wie die anderen Weissfische (vor allem Plötzen, Rotfedern und Bleie, mit denen sie Bastarde bilden). In manchen Gewässern entstehen durch Überbevölkerung langsam wachsende Populationen. Güstern bewohnen die Unterläufe der Flüsse, Durchflussteiche, neu entstandene Staubecken, Weiher in Überschwemmungsgebieten grosser Flüsse. Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist gering. Während der Laichwanderungen im Frühjahr treten sie als Beifang in Schleppnetzen auf. Für den Sportfischer sind sie uninteressant. Doch stellen sie ernste Futterkonkurrenten für die Nutzfische dar.

 

 
 

Grösse: 15 - 25 cm, max. 35 cm

Gewicht: 200 g - 500 g, max. 1 kg

Fruchtbarkeit: 15 000 - 110 000 Eier

Verbreitung: Loire, Rhöne, Zuflüsse der Nord  und Ostsee, des Schwarzen und Kaspischen Meeres bis zum Ural

Hasel

 

Im Vergleich zum verwandten Döbel ist der gesamte Körperbau des Hasels viel graziler. Sein deutlich schmalerer, kleinerer und etwas zugespitzter Kopf hat grosse Augen und ein kleineres unterständiges Maul. Der Rücken ist graublau, die Seiten silbrig, der Bauch weisslich und die Flossen gelblich. Die Afterflosse ist schmutzig orange bis rötlich und deutlich eingebuchtet, was ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist, da diese Flosse beim Döbel konkav und kräftig rot ist. Den Schuppen fehlt die vom Döbel bekannte dunkle Umrandung, auch sind sie nicht allzu fest in der Oberhaut verankert. Hasel bevorzugen schnellströmende, saubere Wasserläufe in der Barben- und Äschenregion. Vereinzelt kommen sie auch in Talsperren und toten Flussarmen vor, in die sie wohl mit Hochwasser gelangten. Hasel werden gewöhnlich 7 - 10 Jahre alt und wachsen langsam. Im dritten Lebensjahr werden sie geschlechtsreif und laichen im Unterschied zum Döbel nur einmal in der Zeit von März bis Mai auf sandigem oder steinigem Grund, eventuell auch auf Wasserpflanzen ab. Weibchen gängiger Grösse legen Zehntausende Eier ab. Bei den Milchnern erscheinen in dieser Zeit an Körper und paarigen Flossen Laichwarzen, die auch bei Kreuzungen mit dem Döbel auftreten. Der Hasel ernährt sich überwiegend von Larven der Wasserinsekten, die er am Gewässergrund sammelt. In den Abendstunden schwimmt er zur Oberfläche, von der er die ins Wasser gefallenen Insekten absammelt. An heissen Tagen halten sich die Fische in schnellströmendem Wasser auf, Schwärme bilden sie nicht. Im Winter ziehen sie sich zu kleinen Gruppen in tiefe Wasserlöcher zurück. Ihr Fleisch ist von guter Qualität.


Grösse: 20 - 30 cm, in Ausnahmefällen bis 40 crn
Gewicht: 0,3 - 0,7 kg, vereinzelt bis 1 kg

 

Fruchtbarkeit: 55 000-130 000 Eier je Kilo Körpergewicht des Rogners

Huchen

 

Hucho hucho Donaulachs

Salmo hucho


Weltrekord nach IGFA 69,60 Pfund gefangen im Februar 1985 in Spital/Drau, Österreich von Hans Offermanns

Der langgestreckte, im Querschnitt fast runde Körper des Huchens trägt einen grossen Kopf mit auffällig bezahnten Kiefern. Auf dem rotbraunen Rücken befinden sich zahlreiche dunkle Flecken in der Form eines X oder eines Halbmondes. Die hellgrauen, rotgepunkteten Seiten besitzen in der Laichzeit einen kupfernen Glanz, während der Bauch weisslich ist. Dieser grösste, ständig im Süsswasser lebende Lachsfisch wächst sehr rasch und wird meist im 5. Jahr schon 60 cm lang. Seine Geschlechtsreife erlangt er mit 4-6 Jahren (je nach Wachstum). Meist laicht er im April, gelegentlich auch im Mai, wobei das Wasser Temperaturen von 6-9 'C haben muss. Vor dem Laichen tritt der Huchen eine kurze Wanderung gegen den Strom grösserer Flüsse an. Die Weibchen schlagen eine Grube in den Kiesgrund, in der das Männchen die abgelaichten Eier befruchtet. Nach 25-35 Tagen schlüpfen die Larven. Heute werden die Huchen künstlich vermehrt. Die Elterntiere werden kurz vor dem Laichen eingefangen oder man hält sie in speziellen Becken bereit. Mit 4 - 10 cm wird die Brut an geeigneten Stellen ausgesetzt. Kleine Exemplare ernähren sich ähnlich den Forellen von Larven der Wasserinsekten oder von ins Wasser gefallenen Insekten, die größeren Exemplare gehen auf Fischraub.



Angesichts seiner ausmasse muss sich der Huchen in den Mittelläufen der Flüsse im Grenzgebiet zwischen Äschen - und Barbenregion aufhalten. Er stellt hohe Ansprüche an die Qualität des Wassers und seinen Sauerstoffgehalt. Huchen verlangen unregulierte Wasserläufe mit einer Vielzahl von Verstecken (grossen Steinen, Baumwurzeln, umgestürzten Bäumen usw.). Aus diesem Grund, aber auch wegen der zunehmenden Flussverschmutzung sinken die Bestände des Huchens. Man angelt ihn mit Blinker, toten Fischen, Huchenzopf und dem Streamer. Das Fleisch des geschätzten Trophäenfisches ist von ausgezeichnetem Geschmack.

 

Grösse: bis 1,50 m, meist 50-80 cm Gewicht: bis 50 kg

Fruchtbarkeit: 15 000-30 000 Eier

Verbreitung: nur in der Donau und ihren Zuflüssen. In Sibirien lebt vom Jenissei bis zum Amur die verwandte Art Hucho taimen. Eine Reihe von Aklihmatisierungsversuchen endeten bisher erfolglos.

Entwicklung der charakteristischen Juvenilflecken im Verlauf des ersten Lebensjahres (1 - sechs Wochen, 2 - sechs Monate, 3 - zwölf Monate). Die auch für die Jungfische anderer Lachsartiger (Salmoniden) typischen Querbänder verlieren sich allmählich



Dieser ungaubliche Huchen von 50 Kg ist vermutlich einer der grössten je gefangenen Salmoniden.

Hecht


 

Weltrekord nach IGFA 50 Pfund gefangen im Oktober 1986 im Greifensee, Deutschland von Lothar Louis


Die Familie ESOCIDAE vereint Süsswasserfische der träge fliessenden und stehenden Gewässer Eurasiens und Nordamerikas. Der langgestreckte Körper ist muskulös, Rücken- und Afterflosse sind bis über den Schwanzstiel verschoben. Der Kopf ist abgeflacht, das Maul und der Rachen reich bezahnt. Die recht kleinen Schuppen sind fest in der Haut verankert. Die einzige Gattung zählt 5 Arten.

 

Der Rücken des Hechtes ist graugrün bis kräftig dunkel (oft auch leicht rötlich oder bräunlich), die Seiten grünlich mit gelben Flecken, die sich manchmal zu Streifen vereinen, der Bauch ist meistens schmutzig weiss mit grauen Punkten. Dieser sehr  gefrässige Fisch wächst ebenso schnell. Je Kilo Gewichtszunahme muss er 5 - 8 kg Fisch fressen. Je nach dem Nahrungsangebot erreicht der Hecht im ersten Jahr 12-50 cm, im fünften dann 50-75 cm und im zehnten Lebensjahr 80- 110 cm. Seine Geschlechtsreife tritt im ersten oder zweiten Jahr ein. Hechte legen ihren Laich nur auf Pflanzen ab und sind also typisch phytophil. Die Fortpflanzungszeit ist sehr früh im Jahr, gleich nach Abschwemmen des Eises, wenn das Wasser am Ufer 4 - 10 'C warm ist. Nach 10 - 15 Tagen schlüpfen bereits die Larven. Dieser Standortfisch zeigt ausgeprägtes Territorialverhalten, indem er sein Jagdrevier gegen alle Konkurrenten verteidigt. Fast immer hält er sich in der Uferzone stehender Gewässer auf. Oft setzt man ihn in Karpfenteiche als Beifisch, wo er unerwünschte Nahrungskonkurrenten dezimieren soll. Für den Sportangler ist der Hecht eines der beliebtesten Fangobjekte Da er relativ leicht zu angeln ist, sind seine Bestände nicht sehr hoch.


Die Jungen leben zunächst von Zooplankton, beginnen aber bereits mit 3 - 5 cm Länge Fische und Froschquappen zu jagen. Ab 20 cm leben sie nur noch räuberisch. Häufigste Nährfische sind Plötze, Ukelei und Barsche

Grösse: bis 1,50 m (meist 50 cm-1 m)

Gewicht: bis 35 kg (gewöhnlich 2 - 10 kg)

Fruchtbarkeit: 40 000-300 000 Eier

Verbreitung: Gewässer ganz Europas

Karausche

 

Der Körper der Karausche ist sehr hochrückig und erreicht etwa die Hälfte der Gesamtkörperlänge. Ähnlich wie beim Karpfen ist die Rückenflosse lang. Die schmalen, glattgeränderten Schlundzähne sind einreihig angeordnet. Die Grundfarbe der Karausche ist golden oder grünlich, der Rücken ist dunkler. Rücken- und Schwanzflosse sind bräunlich, die paarigen Flossen gelbbraun, manchmal rötlich. Am Schwanzstiel jüngerer Tiere befindet sich vor der Schwanzflosse ein dunkler Fleck. Karauschen sind wesentlich kleiner als Karpfen und haben am Maul keine Barteln. Auch haben sie Tendenz, zahlenstarke verbuttete Bestände zu bilden, in denen die Tiere nur 10- 15 cm lang sind. Die langsamwachsenden Fische erreichen mit 2-3 Jahren die Geschlechtsreife und laichen dann im Mai und Juni. Sie legen ihre Eier in zwei oder drei Portionen auf Wasserpflanzen oder im Wasser befindliche Teile von Landpflanzen ab. Nach 4 - 7 Tagen schlüpfen die Larven, die von Zooplankton, Benthos und Pflanzenresten leben.

Wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen Karausche und Giebel ist die Form des dritten Hartstrahls der Rückenflosse. Bei der Karausche sind die Zähne etwa gleich gross, beim Giebel nimmt ihre grösse zum Ende hin deutlich zu.

 

Karauschen leben in stehenden Gewässern oft unter extremen Bedingungen. Sie können völlig ohne Sauerstoff überwintern und lange fasten. Niedrige Kümmerformen können sich bei Verbesserung der Lebensbedingungen zu normalen hochrückigen Formen entwickeln. In Osteuropa haben sie lokal grössere Bedeutung, vor allem in Gewässern, wo sie nur eine von wenigen existierenden Arten sind. Sie dienen als Futterfisch für Raubfische und als Anglerköder. Örtlich werden Karauschen auch geangelt.

 


Grösse: 20-30 cm, max. 50 cm
Gewicht: 200-500 g, max. 1,5 kg
Fruchtbarkeit: 30 000-300 000 Eier

Verbreitung: ursprünglich im Flussgebiet des Schwarzen Meeres, der Nord- und Ostsee, in Zuflüssen des Nördlichen Eismeeres bis zur Lena. Mit dem Karpfen in weitere Lokalitäten introduziert.

Karpfen


  Cyprinus carpio

Grösse-. 40-80 cm, max. 1 m
Gewicht: 2-4 kg, max. 30 kg
Fruchtbarkeit: 50 000-1500 000 Eier

 


Weltrekord nach IGFA 74,6 Pfund gefangen im Mai 1998 im Sarulesti See Rumänien von Christian Baldemair

Weltrekord

Deutscher Rekord + Schuppi-Weltrekord

Fangdatum: 06.2007
Gewässer: Baggersee
Köder: Boilie
Länge: 110 cm

Deutscher Rekord
Gewicht:
76.9 Pfund

Cyprinidae

(Stammforrn)


Die Stammform des Karpfens hat einen kräftigen, walzenförmigen Körper und eine lange Rückenflosse, während die Afterflosse kurz ist. Um das Maul stehen vier fleischige Bartfäden. Kreuzungen zwischen Karpfen und Karausche haben meist nur zwei Barteln. Seitlich ist er goldgelb bis braun, auf dem Rücken dunkler, am Bauch weißgelb. Paarige Flossen und Schwanzflosse sind gewöhnlich rötlich, die Rückenflosse ist graublau. Der Wildkarpfen wächst wesentlich langsamer als seine Kulturformen, doch hängt das ebenfalls von der Temperatur und der Länge der Vegetationsperiode ab. Unter mitteleuropäischen Bedingungen erreicht er im vierten Lebensjahr etwa 35 cm Länge und ein Gewicht von einem Kilo, mit 15 Jahren wird er 60 cm lang und wiegt 4 kg. Er erreicht seine Geschlechtsreife mit 4-5 Jahren. Ende Mai und im Juni laicht er in den Uferzonen bei mindestens 15 'C Wassertemperatur, die optimale Temperatur ist 18 'C. Dazu müssen Wasserpflanzen vorhanden sein, an denen die Eier kleben bleiben. Bei 15 'C entwickelt sich der Laich etwa 5 Tage, bei 20 'C nur 3 Tage. Die Larven sind an die 5 mm lang und kleben in der ersten Zeit, bis sie den Dottersack aufgebraucht haben, an den Pflanzen. Sie ernähren sich von Kleinplankton und stellen sich rasch auf Bodenorganismen um. Eine andere wichtige Nahrungsquelle sind auch Pflanzen und ihre Samen. Karpfen sind Schwarmfische, die den Winter an den tiefsten Stellen überdauern und in dieser Zeit keine Nahrung aufnehmen. Karpfen sind wertvolle Nutzfische, doch wird die Wildform heute kaum noch gefangen, da ihre Bestände sehr niedrig sind. Doch ist ihre Erhaltung wichtig für eventuelle Kreuzungen mit den Kulturformen.



 

Verbreitung: ursprünglich in den Zuflüssen des Mittelmeeres, des Schwarzen und Kaspischen Meeres sowie des Aralsees. Weiter östlich tritt er erst wieder im Amur- und Cherlengebiet auf und kommt nach Süden bis Burma vor.

Für die Karpfenfische sind so genannte Schlundzähne  charakteristisch. Sie befinden sich am fünften Kiemenbogen und dienen zur Zermahlung der Nahrung. Beim Karpfen stehen sie in drei Reihen. Die Kiemenreusendomen  des Karpfens sind kurz und dick, was damit zusammenhängt, dass der Karpfen vor allem Benthos frisst.



Wegen der ausgezeichneten Qualität seines Fleisches wurde der Karpfen in Europa schon zur Zeit der Römer in künstlichen Teichen gehalten. Die Kenntnisse über die Karpfenzucht übernahmen die Mönche, die seine Zucht in ganz Europa weiterführten. Gegen Ende des Mittelalters liess auch der Adel Karpfenteiche anlegen. In den stehenden, von der Sonne erwärmten Gewässern wurden die Karpfen bei reichlich Nahrung allmählich hochrückiger. Diese günstige Körperform wurde durch Züchtung bis heute ständig gefestigt. Karpfen wurden mit der Zeit auf der ganzen Welt gezüchtet und gehören heute zu den wichtigsten Süsswasserfischen. Mit zwei bis vier Jahren ist der Karpfen marktfähig und wiegt 1 - 3 kg. Die Fortpflanzung verläuft in speziellen Laichteichen, den Teichen. In letzter Zeit kommen immer mehr die Brutapparate in Gebrauch, in denen der Laich künstlich ausgebrütet wird. In so genannten Brutstreckteichen werden die Fische im ersten Lebensjahr gehalten. Bis Ende Herbst erreichen sie 20-100 g. Der zweijährige Besatz hat im nächsten Herbst bereits 400-800 g und wird in die Abwachsteiche übergesetzt, wo er im nächsten Herbst, also gegen Ende der dritten Vegetationsperiode, als Marktkarpfen abgefischt wird. Neben der natürlichen Nahrung erhält der Karpfen auch Futtermittel wie Getreideabfall, Lupine, Melasse usw. Die Wachstumsgeschwindigkeit hängt nicht nur vom Nahrungsangebot, sondern auch von der Wassertemperatur ab. Für ein gutes Wachstum sind Temperaturen über 20 'C nötig, am schnellsten nimmt der Karpfen bei 25 - 29 'C zu. Daher rechnet man in Zukunft mit der Aufzucht im warmen Abwasser der Wärmekraftwerke. Karpfen sind auch in Talsperren sehr häufig, wo die Sportfischer auf sie Jagd machen.


Die untenstehende Berichtigung erhielten wir von

Georg Riegger Fischzüchter ,Tierarzt, Präsident Landesfischereiverband Baden. Besten Dank

Gras-, Silber-und Marmor"karpfen " wurden in der ehemaligen DDR zu Karpfen umbenannt um sie besser als Speisefische verkaufen zu können. Die aus China stammenden Grasfische , Silberfische und Marmorfische sind zoologich unseren Rotaugen und Rotfedern nahe stehend. Mit unseren Karpfen sind weder verwandt noch verschwägert.

 Graskarpfen

Nacktkarpfen

Silberkarpfen

 Spiegelkarpfen

Kaulbarsch

 

Der Körper des Kaulbarsches ist seitlich abgeflacht und hat einen leicht gewölbten Rücken und nur eine Rückenflosse. Die Farbe des Rückens ist graugrün bis graubraun mit dunklen Flecken, die Seiten sind bräunlich bis grünlich. Zahlreiche feine dunkle Flecken bedecken die paarigen Flossen, der Bauch ist weissgelb, der Kiemendeckel leicht bläulich mit metallischem Glanz. Die Tiere sind sehr langsamwüchsig, sie erreichen erst im fünften bis sechsten Jahr 10 cm Länge. Die Männchen sind bereits Ende des ersten Lebensjahres laichreif, Weibchen erst im zweiten Jahr. Im April und Mai legt das Weibchen seine befruchteten Eier auf Sand oder Steinboden ab. In den Laichschwärmen vereinen sich vierzig bis einige Hundert Tiere in bis zu 2 m Tiefe. Die von den Eltern unbeachteten Eier haben im Durchmesser etwa 1 mm. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Larven nach ein bis zwei Wochen. Nach Verzehr des Dottersacks stellen sie sich auf feinstes Zooplankton um. Erwachsene Exemplare fressen Insektenlarven, Würmer, Brut und Eier von Fischen. Kaulbarsche halten sich vorwiegend am Grund von Flussunterläufen, aber auch in Teichen und Stauseen auf. In manchen Karpfenteichen bilden sie sehr zahlenstarke Bestände und konkurrieren mit dem Karpfenbesatz und anderen Fischen.

 

Sie sind auch mit weniger klarem Wasser zufrieden, da sie bei der Jagd nicht so abhängig vom Gesichtssinn sind wie etwa der Flussbarsch. Vor direktem Licht flüchten die Tiere und suchen daher im Sommer tieferes Wasser auf. Wenn das Wasser im Sommer 20-25 'C überschreitet, ziehen sich die Kaulbarsche in die Tiefe zurück. Den Winter überdauern sie in den Mündungen grosser Flüsse oder in Wasserlöchern der Seen und Teiche. Ihr Fleisch ist von guter Qualität, wird jedoch kaum beangelt. Wird als Schädling bezeichnet.

 

Grösse: 1,5 - 18 cm, max. 25 cm

Gewicht: 100 - 15 0 g, max. 200 g

Fruchtbarkeit: 1000-6000 Eier

Synonym: Acerina cernua

Verbreitung: Flüsse Europas und Asiens vom nordöstlichen den europäischen Halbinseln, ist aber weiter überall auf dem Vormarsch, leider!

Moderlieschen

 

Zwerglaube, Schneiderkarpfen, Mutterloseken

Das Moderlieschen ist eine kleine, schlanke Fischart mit leicht abfallenden, mittelgrossen Cycloidschuppen. Der Rücken ist braungrün, die Seiten silberfarben. Manchmal trägt das Moderlieschen an den Seiten vom Auge bis zum Schwanz einen mehr oder weniger sichtbaren bläulichen oder grauen Streifen, der nach oben hin hell abschliesst. Die Ansatzstellen der paarigen Flossen sind meist leicht rötlich, die Flossen selbst aber durchscheinend. Nur selten werden die kurzlebigen Fische älter als drei Jahre. Sie bewohnen stehende und träge dahinfliessende Gewässer und kommen auch in Überschwemmungstümpeln und Wasserlöchern vor, da sie relativ widerstandsfähig gegen Sauerstoffmangel sind. Mancherorts treten sie in grossen Mengen auf und bewegen sich dann schwarmweise rege hin und her. Ihre Nahrung ist Phyto und Zooplankton, das sie nahe der Oberfläche einfangen. Die Geschlechter kann man anhand der Afteröffnung (Urogenitalöffnung) unterscheiden, die beim Männchen tiefliegend ist, während sie beim Weibchen drei Auswüchse besitzt. Moderlieschen laichen von April bis Juni bei über 18 'C Wassertemperatur in 3 - 5 Etappen. Ihre Eier sind winzig klein (etwa von der Größe eines Mohnkorns), farblos und werden als Laichbänder vom Weibchen auf vorher gesäuberte Blattunterseiten von Wasserpflanzen, Holzstücke oder Wurzeln nahe der Wasseroberfläche abgelegt. Das Männchen schützt den Laich 5 - 12 Tage lang, bis er fortgeschwemmt wird. Praktische Bedeutung haben die Moderlieschen nicht, ab und zu werden sie als Köderfische genommen

 

 

 

Grösse: 7 - 9 cm

Fruchtbarkeit: 100 - 2300 Eier

Verbreitung: Mittel und Osteuropa, vom Einzugsgebiet des Rheins bis zur Wolga, teils auch in Dänemark und Südschweden. Fehlt in England, Frankreich, Italien und auf der Pyrenäenhalbinsel

Nase


Chondrostoma nasus

Cyprinidae

 

Der Körper der Nase ist dem Leben in der Strömung angepasst, ihr charakteristisch geformtes Maul hat eine gerade Spalte. Die Körperfarbe ist gräulich bis silbrigweiss, während der Rücken manchmal einen bläulichen Schimmer besitzt. Mit Ausnahme der Rückenflosse sind die Flossen rötlich bis rot, die Bauchhöhle ist innen schwarz. Nasen leben in schnellströmenden Abschnitten der Flussmittelläufe, können sich aber auch an das Leben im stehenden Wasser verschiedener Staubecken anpassen. Sie bilden grosse, mehrere Hundert Tiere zählende Schwärme, die vom Ufer aus gut auszumachen sind. Beim Sammeln der Nahrung am Grund drehen sich die Fische nämlich häufig auf die Seite und verraten sich durch das Aufblitzen ihrer Silberflanken. Mit Ausnahme des Jugendstadiums ernähren sie sich fast ausschlieslich von Algen und Kieselalgen, die sie das ganze Jahr über fressen. An den "Weideplätzen" dieser Fische bleiben auf den Steinen gut erkennbare helle Streifen zurück. Im dritten oder vierten Lebensjahr erlangen sie die Geschlechtsreife. Sie laichen in den Stromschnellen der Oberläufe von Flüssen und Bächen von März bis Mai.


Zu den Laichplätzen unternehmen die Fische mehr oder weniger lange Wanderungen, wobei die Laichschwärme recht groß sind. Der Laichvorgang selbst verläuft sehr stürmisch. Zu Beginn besitzt der Nachwuchs hufeisenförmige Mäuler, die erst im Laufe der Entwicklung die Form einer Querspalte bekommen. Das Fleisch der Nasen ist nicht von besonders gutem Geschmack und ist sehr grätenreich. Trotzdem wird die Art gern von Sportfischern geangelt und gehört mit Recht zu den Nutzfischen


Grösse: 25-40 cm, max. 50 ein
Gewicht: 0,3-1 kg, selten bis 2 kg

Fruchtbarkeit: auf 1 kg Gewicht 2500-6500 Eier

Verbreitung: in den europäischen Flüssen von Frankreich bis Russland. Fehlt auf den Halbinseln Südeuropas, in Grossbritanien, Dänemark, Skandinavien, Litauen, Lettland, Estland und im Norden Russlands. Bis vor kurzem kam die Nase auch nicht im Einzugsgebiet der Elbe vor, doch dringt sie jetzt über Kanäle in deren Unterlauf ein.

Regenbogenforelle

 

 

Weltrekord: 50,00 Pfund gefangen im Juni 1970 in Bell Island Alaska von D. R. White

 

Der Körper der Regenbogenforelle ist hochrückig, der lange Oberkiefer reicht bis hinter das Auge, die Schwanzflosse ist leicht eingebuchtet. Ursprünglich war die Heimat dieser Art die Pazifikküste Nordamerikas. Von dort aus wurde sie zunächst in die übrigen Teile Nordamerikas, im Jahr 1880 nach Europa und dann nach und nach in alle Erdteile gebracht und eingewöhnt. Ursprünglich sollte die Fauna des Zielgebietes um eine wirtschaftlich interessante Art bereichert werden, später spielte die gute Eignung der Regenbogenforelle für die künstliche Zucht die Hauptrolle. Trotz langjähriger Bemühungen der Angler bildeten sich nur in wenigen Gebieten Populationen, die auch ohne Aussetzen künstlich aufgezogener Fische lebensfähig sind. Durch die intensive Zuchtveredlung entstanden viele farblich unterschiedene Formen. Gemeinsam blieb jedoch allen der rosafarbene bis rötliche Längsstreifen, der auf der Körpermitte bis zum Schwanzansatz verläuft. Kopf, Rücken, Seiten sowie Rücken- und Schwanzflosse sind dicht mit schwarzen Flecken bedeckt. Ausdruck eines Geschlechtsdimorphismus ist die intensivere Färbung der Männchen, die besonders im Alter einen Laichhaken am Unterkiefer tragen. Regenbogenforellen sind gegen Wasserverunreinigung empfindlicher als Bachforellen, stellen jedoch geringere Ansprüche an den Sauerstoffgehalt und die Wassertemperatur.

Auch benötigen sie die zahlreichen Unterwasserverstecke nicht. Ihre Nahrung sind Larven von Wasserinsekten, Zooplankton, Weichtiere und kleinere Fische. Mit 2-3 Jahren sind sie geschlechtsreif, in freier Natur werden sie 5 - 6 Jahre alt, in Ausnahmefällen 18 Jahre und mehr. In Europa laichen die Fische von November bis Mai. Sie legen im schnellfliessenden Wasser ihre Eier in Laichgruben ab, die meist von den Weibchen angelegt werden. Wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches werden diese Forellen intensiv in Fischteichen und speziellen künstlichen Zuchtanlagen gehalten und mit Vorliebe von Sportfischern geangelt. In letzter Zeit wird auch die Aufzucht in Käfigen, die in Talsperrenbecken verankert sind, forciert.

 

Grösse: 30-90 cm, max. 120 cm

Gewicht: gewöhnlich 1 - 3 kg, vereinzelt 6 - 10 kg, max. 24 kg

Fruchtbarkeit: je kg Gewicht des Weibchens

2500-8500 Eier, durchschnittlich 4500

Verbreitung: ursprünglich Pazifikküste Nordamerikas, dank der Introduktion fast in der ganzen Welt, seit einigen Jahren ist der Einsatz von Regenbogenforellen in der Schweiz, blödsinniger Weise verboten. 



Neuer Regenbogen - Forelle IGFA Weltrekort 48-Pfund und 105 cm aus Kanada, Sana Konrad gefangen im Lake Diefenbacker Stausee.

Rotfeder

 

Die hochrückigen Rotfedern haben kleine, schräg nach oben gerichtete Mäuler und eine scharfe Bauchkante mit Kielschuppen. Der Vorderrand der Rückenflosse liegt hinter dem Ansatz ende der Bauchflossen. Die Iris des Auges ist gelb und nicht rot wie die der Plötze. Auch die Körperfarbe ist verschieden. Während der Rücken grün bis grünbraun ist, sind die Seiten grüngelb mit einem goldenen Glanz und der Bauch hell. Rücken und Brustflossen sind gelbrot bis rotgrau, die übrigen Flossen sind besonders zur Laichzeit blutrot. Rotfedern leben vor allem in stehenden und langsam fliessenden Gewässern, wo sie sich in Schwärmen nahe der Oberfläche oder in mittleren Tiefen bewegen. Sie ernähren sich von Zooplankton und Phytoplankton, Weichtieren, Wasserinsekten und verschmähen selbst die Larven und den Laich verwandter Arten nicht. Gern gefressen werden auch Pflanzen und deren Reste. Mit 2-3 Jahren erreichen sie die Geschlechtsreife und laichen in kleineren Schwärmen von Mai bis Juli. Meist laichen sie ein oder zweimal auf Wasserpflanzen, Steine und anderes. Sie kreuzen sich mit Plötzen, Güstern und Ukeleis. Im Vergleich zur Plötze ist die Rotfeder an den meisten Standorten mit wesentlich niedrigeren Beständen vertreten. Trotzdem ist sie ein wichtiger Nährfisch der Raubfischarten, weshalb sie früher in geringem Maße in Zuchtteichen ausgesetzt wurde. Ihr Fleisch schmeckt besser als das der Plötze, hat aber ebenso viele feine Gräten.

 

Grösse: 25-30 crn, höchstens 50 cm

Gewicht: 0,3-1 kg, vereinzelt bis 2 kg

Fruchtbarkeit: 90 000-230 000 Eier

Verbreitung: Nordasien und Europa ausser der Pyrenäenhalbinsel, dein Balkan, Nordschottland und dem größten Teil Skandinaviens

Rotauge

 

Grösse: 25-30 cm, max. 50 cm. Gewicht: ca. 1 kg. Körperform: Der Körper des Rotauges ist, abhängig vom Alter und Wohngewässer,  mehr oder weniger hochrückig und seitlich abgeflacht. Auffallend sind die roten Augen. Flossen: Die Brustflossen haben 16, die Rückenflosse hat 12-14 und die Afterflosse 12-14 Strahlen. Schuppen: Entlang der Seitenlinie liegen 39-48 (meist 42-45) grosse Rundschuppen. Färbung: Am Rücken ist das Rotaugen dunkelgrün bis blaugrün gefärbt. Die Flanken sind silberfarben, mit gelblichem Schimmer. Während der Laichzeit zeigt der Bauch einen rötlichen Glanz. Brust- und Bauchflossen sowie die Afterflosse sind rötlich gefärbt.
Das Rotauge bewohnt - als eine äusserst anpassungsfähige (euryöke) Fischart - nahezu alle Arten von Gewässern: Seen bis in 1.700 m Höhe, stehende und fliessende Gewässer sowie das Brackwasser von Nord- und Ostsee. Lediglich Gewässer mit stärkerer Strömung (Forellenregion) werden gemieden.
Rotaugen sind Schwarmfische, die sich bevorzugt in flachen und pflanzenreichen Uferbereichen aufhalten. Sie fressen vorwiegend Kleintiere (Würmer, Krebse, Muscheln, Schnecken, Insektenlarven) aber auch Wasserpflanzen. Je nach Gewässer und Nahrungsangebot können Körperform und Färbung stark differieren.
Die Laichzeit liegt in den Monaten April und Mai bei einer Wassertemperatur von mindestens 10 ° C. Teilweise werden auch kurze Wanderungen flussauf zu den laichplätzen, flachen und krautreichen Uferbereichen, unternommen. Hier werden unter heftigen Paarungsspielen die ca. 1- 2 mm grossen, klebrigen Eier (50.000 -100.000/Weibchen) an Pflanzenstengeln abgelegt. In regulierten Gewässern sind die Fische aber auch imstande, in freien strömenden Gewässerabschnitten zu laichen.
Das Rotauge kommt von Sibirien bis zu den Pyrenäen vor. Es fehlt südlich der Alpen, in West-Schweden, in Norwegen nördlich des Mjösen und in Irland

Seeforelle

 

Schweizer Rekord Fisch gefangen am 30.5.2001 im Silvaplaner See,  113 Zentimeter Brustumfang  66 Zentimetern und bringt 15,6 Kilogramm auf die Waage

Die Seeforelle gehört mit der Bach- und der Meerforelle zum Formenkreis Salmo trutta. Dies sind keine verschiedenen Arten. Die Seeforelle lebt hauptsächlich in tiefen, kühlen Gebirgs- und Vorgebirgsseen, wandert teilweise zum Laichen in deren Zuflüsse. Jüngere Tiere ernähren sich von Kleintieren der Oberflächenregion (Schwebforelle), ältere fast ausschliesslich von Fischen im tieferen Wasser (Grundforelle).Schwebforellen werden mit der Flug- oder der Spinnangel vom Boot aus erbeutet. Für Grundforellen benutzt man kräftige Spinnruten mit Blinker oder totem Köderfisch am System. Häufigste Methode ist das Schleppfischen in mittleren und grossen Tiefen. Köder wie beim Spinnangeln.

 

Körperbau wie die Bachforelle. Statt der roten Tupfen x-förmige, schwarze Flecken auf den silbrigen Seiten, der Rücken- und der Schwanzflosse. Jugendform mit roten Tupfen, von der Bachforelle kaum zu unterscheiden.

Grösse: 40-80 cm, 

bei einem Gewicht von 0,8-5,0 kg. 

Maximalgrösse 140 cm und 30 kg.

Laichzeit: Oktober-November

Schmerle

 

Die Schmerle ist ein kleiner, langgestreckter Fisch mit abgerundetem Kopf und rundem Körper. Sie wird manchmal mit dem Schlammpeitzger verwechselt, sie unterscheidet sich von diesem jedoch in Farbe, Form der Schwanzflosse und vor allem durch die geringere Zahl an Barteln. Die Seiten sind mit kleinen, sich nicht überlappenden Schuppen bedeckt, Rücken und Bauch bleiben kahl. Der Rücken der Schmerle ist graubraun oder grünlich gefärbt, die Seiten sind gelbbraun mit einer unregelmässigen dunklen Marmorierung. Grauweiss bis gelblich ist die Farbe der Bauchseite. Schmerlen leben am Boden in der Strömung von Bächen, Flüssen und Durchflussteichen. Sie bevorzugen sandig-steinigen Grund, wo sie sich tagsüber unter Wurzeln und grösseren Steinen oft in Grüppchen zu 3-5 Exemplaren verstecken. Wenn sie nicht gestört werden, bewegen sie sich nur sehr träge oder verharren regungslos am Boden. In der Dämmerung und nachts werden sie aktiv. Als Nahrung dienen ihnen kleine Bodentiere, besonders Zuckmückenlarven. Sie stürzen sich plötzlich aus ihren Verstecken auf die Beute und verschlingen sie gierig. Mit einem Jahr sind die Schmerlen geschlechtsreif, fünf bis sieben Jahre werden sie alt. An beiden Geschlechtern erscheint in der Laichzeit an Rumpf und Flossen ein Laichausschlag (bei Männchen auch auf der Innenseite der Brustund Bauchflossen). Von April bis Juli laichen sie 2- bis 3mal und legen ihre Eier dabei auf Wurzeln von Wasserpflanzen oder direkt auf den Gewässergrund ab. Obwohl die Art relativ widerstandsfähig gegen organische Fremdstoffe im Wasser ist, so gehen ihre Bestände doch in den letzten Jahren an einer Reihe von Standorten zurück. Schmerlen sind wichtige Futterfische für die Forellen, bisweilen nehmen sie Angler als Köder.


Grösse: 10 - 15 cm, max. 18 cm

Gewicht: 80-150 g, in Ausnahmefällen bis 200 g Fruchtbarkeit: 3000-25 000 Eier

 

Verbreitung: im grössten Teil Europas und in grossen Gebieten des asiatischen Teils Russlands sowie in süsswasserhaltigen Buchten der Ostsee. Fehlt auf der Pyrenäenhalbinsel, in Süditalien und Griechenland, Nordschottland und dem grössten Teil Skandinaviens.

Schlammpeitzger

 

Der Schlammpeitzger ist ein kleiner bis mittelgrosser Fisch mit aalähnlichen, lagegezogenem Körper mit kreisrundem Querschnitt, im hinteren Teil seitlich zusammengedrückt. Am vorderen Ende des kleinen Kopfes befinden sich 10 Bartfäden. Zwei Paare längerer Barteln setzen am Oberrand des Oberkiefers an, ein anderes Paar in den Maulwinkeln und zwei Paare sehr kurzer Barteln befinden sich an der Unterlippe. Der Kopf ist meist bräunlich bis rötlich mit kleinen Punkten. Seiten und Bauch sind gelb, seltener rötlich mit einem breiten und zwei schmaleren dunklen Streifen, die vom Kopf bis zur Schwanzwurzel ziehen. Die Flossen sind gewöhnlich gelbbraun mit dunklen Flecken. Schlammpeitzger leben in verschlammten Teichen -,Tümpeln und alten Flussarmen meist am Grund, in den sie sich zuweilen einbohren. Sie sind besonders in der Nacht aktiv. An manchen Standorten mit akutem Sauerstoffmangel sind sie nicht selten die einzigen lebenden Fische, denn sie können - nachdem sie an die Oberfläche geschwommen sind - Luft verschlucken.

 
 

Ihr Darm ist so angepasst, dass er die Luft ans Blut weitergeben kann. Beim Luftschlucken gibt der Schlammpeitzger gut hörbare Töne von sich, die seine Anwesenheit im sonst unbewohnt erscheinenden Gewässer verraten. Er lebt von Weichtieren  und anderen Wirbellosen des Bodens. Seine Laichzeit währt von April bis Juni. Er reagiert empfindlich auf Luftdruckschwankungen und wird z.B. vor einem Gewitter sehr unruhig. Nach einigen Quellen können sie im Schlamm vergraben sogar das kurzfristige Austrocknen ihres Gewässers überstehen. Der wirtschaftlich bedeutungslose Fisch wird manchmal wegen seiner interessanten Lebensweise in Aquarien gehalten.

Grösse: 20-25cm max. 35cm

Fruchtbarkeit: 5000-30 000 Eier

Verbreitung: in einem Teil Europas. Fehlt in England, Skandinavien, im Norden des europäischen Teils Russlands den südeuropäischen Halbinseln und auf der Krim. Dann erscheint er wieder im Amur und Nordostchina.

Schneider

 

Für diesen kleinen Fisch ist eine dunkle doppelte Punktreibeiderseits der Seitenlinie charakteristisch. Von der Ukelei unterscheidet er sich durch die glatten Schlundzäh(bei der Ukelei sind sie schwach gesägt). Die Afterflosse ist lang, aber doch kürzer als z. B. die der Bleie. Meist ist er Rücken höher als bei der Ukelei. Die Farbe ist dunkelgrün, wobei die Seiten leicht silbrig sind. Im Vergleich zur Ukelei überwiegen die dunklen Töne. Die Ansatzstellen der Bauchflossen sind rosa, die übrigen Flossen grau. Schneider werden 5-6 Jahre alt und erreichen im dritten Lebensjahr die Geschlechtsreife. Im Mai und Juni laichen sie in Flussabschnitten mit stärkerer Strömung und grösseren Bächen über steinigem oder kiesigem Grund. Die Entwicklung des Laichs dauert je nach Wassertemperatur 4 - 10 Tage. Hauptnahrung ist das Zoobenthos, besonders Larven der Köcherfliegen, dazu kommen noch auf das Wasser gefallene Fluginsekten. Wir finden den Schneider an seichteren Stellen in der Strömung mittlerer und grösserer Wasserläufe, wo er zusammen mit der Ellritze, dem Gründling und anderen Bewohnern dieser Region lebt. Man kann aber auch im ruhigen Wasser der Flussunterläufe, in sauberen Seen und in einigen Stauseen auf ihn treffen. Wirtschaftliche Bedeutung hat er nicht, dient aber grösseren Forellen, Quappen oder Aalen als Nährfisch. Beim Angeln auf Forellen werden Schneider auch als Köderfisch verwendet.

 

Grösse: 10 - 15 cm
Gewicht: 20-30 g
Fruchtbarkeit: 3000-8000 Eier

Verbreitung: Flüsse Frankreichs, Schweiz und Belgiens, Flussgebiet der Nordsee und der Ostsee, des Schwarzen Meeres, Ostgebiete des Mittelmeeres.

Schleie


Weltrekord nach IGFA Norm 9,28 Pfund gefangen im Juli 1985 in Trosa, Schweden von Dan Dellerfjord   

 

Die Schleien haben relativ kurze und hochrückige Körper, die mit winzigen Schuppen bedeckt sind. Diese grünlichen Schuppen sind tief in die Lederhaut eingelassen und mit einer dicken geleeartigen Schicht überzogen. Ganz vereinzelt finden sich auch Exemplare mit nackten Partien. Der Rücken der Schleien ist meist dunkelgrün, die Seiten grünbraun bis graugrün und goldfarben unterlaufen. Die Bauchseite dagegen ist ziemlich hell. Die Flossen sind dunkel gefärbt. In Fischteichen kommen selten auch goldfarbene und rote Exemplare vor. Schleien leben im unteren und mittleren Abschnitt von Flüssen, in Teichen, Weihern, Stauseen und anderen geeigneten Lokalitäten. Sie vertragen auch das schwach salzige Wasser der östlichen Ostsee. Ihr Lebensraum ist der Gewässerboden, von dessen Tieren sie hauptsächlich leben. Von Ende Mai bis Anfang August laichen sie portionsweise auf Wasserpflanzen, sind also phytophil. Schleien zeichnen sich durch ihre große Widerstandsfähigkeit gegen Sauerstoffmangel und saures Moorwasser aus. Den Winter überdauern sie an den tiefsten Stellen schwarmweise dicht am Grund oder in den Schlamm und Lehm eingegraben. Bei starker Erwärmung des Wassers im Sommer verfallen sie in einen vorübergehenden, dem Winterschlaf ähnlichen Ruhezustand. Die Schleien gehören zu den wichtigsten Nutzfischen. Wegen ihres guten, fetten, weiss gefärbten Fleisches werden sie als bedeutender Beifisch in den Teichen und Stauseen vieler Länder Europas gehalten.

 


 

Grösse: 30-45 cm, max. 60 cm
Gewicht: 1-3 kg, ausnahmsweise bis 7 kg


Fruchtbarkeit: 80 000-500 000 Eier, vereinzelt bis 900 000 Eier

Verbreitung: in fast ganz Europa. Nach Norden bis zum 61.
Breitengrad, im Süden fehlt sie auf der Krim und in
Dalmatien. Auch auf anderen Erdteilen eingeführt

 

Hauptnährtiere: Larven der After- Frühlingsfliegen der Gattung Nemura , Schlanunschnecken (Lymnea stagnalis - und Mückenlarven der Gattung Culex.

Steinbeisser

Der Steinbeisser gehört zu den schönsten Arten dieser Familie. Die Grundfarbe des Rückens ist gelbbraun und wird von vielen kleinen dunklen Flecken unterbrochen. Am Bauch ist das Schuppenkleid blassgelb bis orange. Auf dem Kamm des Rückens zieht sich eine Reihe von 12 - 20 dunkler, schwarzgrauer, runder Flecken, zwei weitere dunkle Fleckenreihen schmücken die Seiten. In der oberen Reihe sind die Flecken klein, länglich und vereinen sich meist, unten sind sie grösser und wiederum 12-20 an der Zahl. Rücken- und Schwanzflosse bedecken je 2-3 Querreihen winziger graubrauner Flecken. Der seitlich abgeflachte Körper ist sehr langgezogen. Um das kleine unterständige Maul befinden sich sechs Barteln. Charakteristisch für den Steinbeisser ist ein kräftiger Knochendorn unterhalb des Auges, der von einem besonderen Muskel aufgerichtet wird. Seine Spitze ist zweigeteilt und der Fisch kann damit, besonders wenn man ihn in der Hand hält, schmerzhafte Stiche ausführen. Was seinen Lebensraum betrifft, so ist er nicht besonders anspruchsvoll. Steinbeisser bewohnen vor allem flache Stellen der Binnengewässer mit sandigem, seltener schlammigem oder steinigem Grund, in den sie sich gern eingraben, so dass nur Kopf und Schwanz herausragen. Wegen seiner versteckten, meist nächtlichen Lebensweise ist er für Raubfische schwer erreichbar. Öfter wird er nur von Quappen, Welsen und Aalen aufgestöbert, die auch die Schlammschichten absuchen. Selbst lebt er vorwiegend von Kleinlebewesen der Bodenschicht. Steinbeisser werden 3 - 5 Jahre alt, wachsen langsam und laichen von April bis Juni in Bodennähe in mehreren Portionen. Nach 4 - 6 Tagen schlüpfen die Larven.

 

 

Grösse: 8 - 10 cm vereinzelt bis 12 cm

Gewicht 20 - 60 g

Fruchtbarkeit: 1000 - 1500 Eier

Verbreitung: ganz Europa mit Ausnahme von Irland, Schottland, Wales und Nordskandinavien, kommt auch in Sibirien vor. In diesem riesigen Areal bildet der Steinbeisser zahlreiche Lokalformen.

Stichling

 
Stichling

Die Dreistacheligen Stichlinge lassen sich leicht an den drei freistehenden Dornen vor der Rückenflosse erkennen. An den Seiten ist der Körper durch Knochenplatten geschützt. Es werden eine Reihe von Formen unterschieden, die verschiedene Entwicklungsstufen der Knochenschilde, aber auch verschieden viele Stacheln vor der Rückenflosse aufweisen. Während der Rücken graublau, olivgrün oder gefärbt ist, sind Seiten und Bauch silberfarben. In der Laichzeit nimmt bei den Männchen die vordere Hälfte der Körperunterseite eine rote bis orangeröte Farbe an, der Rücken wird stahlblau und die Kiemendeckel goldfarben. Stichlinge leben sowohl in küstennahen Bereichen der Ozeane als auch in salzigen Seen nahe des Meeres und auch im Süßwasser. Diese typische euryhaline Art bewohnt in Binnengewässern gewöhnlich kleine Tümpel oder tote Flussarme in einer Tiefe bis einen Meter. In manchen kleinen Binnengewässern bilden die Stichlinge zahlenstarke Bestände. Bekannt sind sie vor allem durch ihre Pflege der Nachkommenschaft. In der Laichzeit von April bis Juni baut das Männchen ein Nest aus Pflanzenresten, in das es dann mit einem Werbetanz die Weibchen lockt. Nach der Befruchtung verteidigt das Männchen sein Nest vor noch so großen Eindringlingen und entfernt die unbefruchteten Eier. Die Wachstumsgeschwindigkeit der Larven hängt vom Nahrungsangebot ab und ist im Meer gewöhnlich höher. In zwei bis vier Entwicklungsgruppen reifen die Eier heran. Ein großer Teil der Elterntiere geht nach dem Laichen ein. Ihre Geschlechtsreife erreichen die Stichlinge bereits am Ende des ersten Lebensjahres. Im Durchschnitt werden sie drei Jahre alt. Als Nahrung dienen ihnen kleine Krustentiere und der Laich verschiedener Fisch

 

Grösse: 6,5 - 7,5 cm, max. 10 - 11 cm Fruchtbarkeit: 60-600 Eier

 

Verbreitung: Küsten Europas, Ost und Westküsten Nordamerikas und Ostasiens. Dringt über die Flüsse ins Binnenland ein

Strömer

 

Diese kleine, schlanke Karpfenfischart ähnelt dem Hasel, mit dem er oft auch von unerfahrenen Anglern verwechselt wird. Auf den ersten Blick sind die Unterscheidungsmerkmale nicht auszumachen, so dass früher die Selbständigkeit des Strömers als Art abgestritten wurde. Strömer und Hasel unterscheiden sich durch verschieden viele Flossenstrahlen in Rücken  und Brustflosse sowie durch die Schuppenzahl der Seitenlinie. Beim Strömer setzt die Rückenflosse im Vergleich zur Bauchflossenwurzel etwas weiter hinten an als beim Hasel und auch das Farbkleid der beiden ist nicht ganz identisch. Die Rückenseite des Strömers ist grau bis graublau, an den Seiten zieht sich oberhalb der Seitenlinie vom Auge bis zum Ende der Schwanzwurzel ein breiter dunkelblauer bis schwarzer Streifen, der bei den Männchen in der Laichzeit besonders stark hervortritt. Nach dem Laichen verbleicht er, doch verschwindet er nie ganz. In der Fortpflanzungszeit sind die Flossen am Ansatz orangegelb, später hellen sie auf.

 

 Die Kanälchen unter der Seitenlinie sind orangegelb, die Seitenpartie darunter silberfarben, der Bauch weiss. In den Flüssen bevorzugen die Fische vor zu starker Strömung geschützte Stellen. Sie laichen von April bis Juni, an höher gelegenen Standorten auch später, in schnellströmendem Wasser auf steinigen Grund. Beide Geschlechter haben in dieser Zeit an Kopf und Rumpf Laichwarzen. Strömer leben von kleinen wirbellosen Tieren und auf das Wasser gefallenen Insekten. Angesichts ihrer geringen Grösse sind sie ohne Bedeutung für den Menschen zum verzehr.

 

Grösse: 12-18 cm, max. 25 cm

Gewicht: 5 0 - 100 g, max. 200 g 

Fruchtbarkeit: 5000-8000 Eier 

 Verbreitung: Einzugsgebiet von Donau, Rhein und Rhöne. Lebt in Schwärmen im schnellströmenden Wasser der Zuflüsse ihrer Oberläufe und mittleren Abschnitte sowie in einigen Seen. Steigt bis in Höhen von 2000 m ü. M.

Wels



Die Familie SILURIDAE vereint grosse Süsswasserfische Europas und Asiens. Ihre Vertreter haben schuppenlose, langgestreckte Körper, lange Bartfäden und eine lange Afterflosse.
Der Wels hat einen langen, mächtigen Körper mit einem breiten flachen Kopf und einem grossen, gut bezahnten Maul, in dessen Winkeln ein Paar langer, gut beweglicher und mit Knorpel verstärkter Bartfäden steht. Zwei weitere Paare kurzer und unbeweglicher Barteln sitzen am Kinn. Rücken und Seiten sind olivgrün bis blaugrau gefärbt und sind seitlich marmoriert. Der Bauch ist cremeweiss bis grauweiss. Es sind aber auch weiss, golden und rötlich gefärbte Exemplare bekannt. Welse kommen in langsam fliessenden und stehenden Gewässern wie Flussunterläufen, Seen und Stauseen vor. Sie werden auch in Fischteichen gehalten. Sie leben mit Vorliebe am Boden im tiefen Wasser, unter Wehren, in Bodenlöchern oder versteckt im Wurzelgeflecht alter Bäume. Sie sind nachts und während der Dämmerung aktiv, tagsüber liegen sie meist am Grund. Im Winter ziehen sie sich an tiefe Stellen zurück, nehmen keine Nahrung mehr auf und verfallen in einen Ruhezustand. Ihre Geschlechtsreife tritt mit 3-5 Jahren ein. Welse laichen paarweise sehr stürmisch von Mai bis Juni in den Abend- und Nachtstunden. Das Weibchen legt die Eier in primitive Nester, die am Grund aus Pflanzenresten und abgezogenen Wurzelstücken von Weiden und Erlen gebaut werden. Das Männchen bewacht die klebrigen Eierklümpchen bis zum Schlüpfen. Welse können 30 bis 40 oder mehr Jahre alt werden. Es handelt sich um einen wichtigen Nutzfisch, mit dessen künstlicher Aufzucht in verschiedenen Ländern begonnen wurde. Beliebt ist der Wels als Sportfisch. Sein Fleisch besitzt gute Qualität, doch ist es bei über 10 kg schweren Stücken ziemlich fettig. Ein besonderer Leckerbissen ist geräucherter Wels.  


Die wichtigste Nahrung der Welse sind kleine Karpfenfische (Plötzen, Güstem), doch jagen sie auch Jungtiere der Wasservögel (z.B. Entenküken) und Kleinsäuger sowie Frösche und Molche


Grösse: 1-2 m, vereinzelt 3 m und mehr
Gewicht: 50- 100 kg, vereinzelt bis 200 kg

Fruchtbarkeit: je Kilo Körpergewicht des Weibchens 7000-25 000 Eier

Verbreitung: Einzugsgebiet des Rheins bis zu den Zuflüssen des Kaspischen Meeres, nach Süden bis zu den Alpen, in Skandinavien nur in Südschweden. Kommt auch in den Buchten der Ostsee, des Schwarzen und Kaspischen Meeres vor .

Zander

 
 

Weltrekord nach IGFA Norm 22,84 Pfund gefangen in Schweden am 12.6.1986 von Harry Lee Tennison


Zur Familie PERCIDAE gehören ungefähr 100 in Süss- und Brackwasserlebende Arten. Mit Ausnahme des Kaulbarsches besitzen sie zwei  Rückenflossen, ihre Afterflosse hat 1-3 Hartstrahlen. Die Schuppen sind etenoid.
 

 

Der Zander ist in Europa der grösste Süsswasserfisch unter den Barschen. Sein Körper ist für eine rasche Fortbewegung in verschiedenen Wasserschichten ideal gebaut. Das Maul ist reich bezahnt, endständig, am Ende des Unterkiefers befinden sich zwei auffällig grosse und scharfe so genannte Hundszähne. Der Oberkiefer reicht bis hinter das Auge, die Seitenlinie endet anders als beim Barsch stets erst an der Schwanzflossenbasis. Der Rücken ist graugrün, an den Seiten erkennt man 8 - 12 schwarzbraune Querbinden, die sich zu Flecken auflösen und auch auf der Schwanz und den beiden Rückenflossen vorhanden sind. Der sonst weisse Bauch wird in der Laichzeit besonders bei den Männchen dunkler. Die meiste Zeit des Tages hält sich der Zander am Boden versteckt. Morgens und am frühen Abend steigt er zur Jagd an die Oberfläche. Die Laichzeit liegt meist im April und Mai. In dieser Zeit legt das, Männchen eine Nestgrube von etwa 50 cm Durchmesser und 5 cm Tiefe an, in die gesäuberte Wurzelstücke kommen. Auf diese legt das Weibchen seine Eier ab, die das Männchen nach dem Schlüpfen sorgfältig bewacht und durch Wedeln der Flossen mit Frischwasser versorgt. Kurze Zeit lebt die Fischbrut von Zooplankton, beginnt aber schon mit 3 - 5 cm Länge fremden Laich zu fressen.

 

Erwachsene Fische ernähren sich ausschließlich von anderen Fischarten. Die in kleinen Schwärmen lebenden Zander halten sich im Gegensatz zum Hecht weiter weg vom Ufer auf. Sie werden 10 - 15, vereinzelt bis 20 Jahre alt. Sie gehören zu den wertvollsten und wirtschaftlich wichtigsten europäischen Süsswasserfischen. In jüngster Zeit verschwinden sie von vielen Standorten oder vermehren sich dort nicht mehr auf natürliche Weise.


Grösse: 80- 100 ein, max. 130 cm
Gewicht: 12-15 kg, max. 18 kg

Fruchtbarkeit: 200 000-1000 000 Eier (110-220 Tausend je Kilo Körpergewicht des Rogners)

Verbreitung: ursprünglich vom Aralsee bis zum Einzugsgebiet der Elbe. Heute auch in grosse Teile Westeuropas und den USA eingeführt. Zander kommen an tieferen Stellen in fliessenden und stehenden Binnengewässern und in Meeresbuchten vor.